Ihre Rechte

Wer kann sich an uns wenden?

  • MitarbeiterInnen des Landes Kärnten und Personen, die sich in einer vom Land oder der Gemeinde geregelten Angelegenheit diskriminiert fühlen sowie
  • Personen, die sich um ein Dienst- oder Ausbildungsverhältnis zum Land, zu einer Gemeinde oder einem Gemeindeverband bewerben.
  • Rechtsgrundlage ist das Kärntner Antidiskriminierungsgesetz (K-ADG).


Ziel des Gesetzes ist die Bekämpfung von Ungleichbehandlung (Diskriminierung) auf Grund von ethnischer Zugehörigkeit, Religion und Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und in bestimmten Fällen des Geschlechts.

Insbesondere darf im Zusammenhang mit einem Dienstverhältnis niemand von einer Beamtin oder einem Beamten beziehungsweise einer Vertragsbediensteten oder einem Vertragsbediensteten diskriminiert werden, vor allem nicht


  • bei der Begründung des Dienstverhältnisses,
  • bei der Festsetzung des Entgelts,
  • bei der Gewährung freiwilliger Sozialleistungen,
  • bei Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung,
  • beim beruflichen Aufstieg,
  • bei den sonstigen Arbeitsbedingungen und
  • bei der Beendigung des Dienstverhältnisses.

Diskriminierungen auf Grund des Geschlechtes von Bediensteten und Personen, die sich um die Aufnahme in ein Dienstverhältnis bewerben, sind nach dem Kärntner Landesgleichbehandlungsgesetz (K-LGBG) zu beurteilen.

Diskriminierung ist…

eine ungleiche oder schlechtere Behandlung ohne sachliche Rechtfertigung, welche sich benachteiligend auf die betroffene Person auswirken kann. Man unterscheidet zwischen unmittelbarer und mittelbarer Diskriminierung. Beides ist ebenso verboten wie die sogenannte Belästigung einer Person aus Gründen der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion, der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters, der sexuellen Orientierung, der Geschlechtsidentität und des Geschlechts, insbesondere auch auf Grund von Schwangerschaft und Elternschaft sowie die Viktimisierung. Auch die Anstiftung zur Diskriminierung ist verboten.


Beispiele:


  • Eine Bedienstete oder ein Bediensteter der BH macht über eine Frau mit Kopftuch, die bei ihr oder ihm vorspricht, negative Bemerkungen.
  • Für einen Dienstposten werden perfekte EDV-Kenntnisse verlangt, obwohl im eigentlichen Arbeitsbereich einfache Kenntnisse ausreichen. Ältere Personen werden vermutlich nicht so häufig perfekte EDV-Kenntnisse nachweisen können.
  • Es wird eine E-Mail mit rassistischem Inhalt im Magistrats-Outlook verbreitet.


Keine Diskriminierung ist…

Die unterschiedliche Behandlung erfolgt aufgrund der Staatsangehörigkeit und widerspricht nicht den Vorschriften der EU über die Gleichstellung von Unionsbürgerinnen und -bürgern sowie von Drittstaatsangehörigen.


Das entsprechende Merkmal bildet auf Grund der Art einer beruflichen Tätigkeit oder der Rahmenbedingungen ihrer Ausübung eine wesentliche und entscheidende berufliche Voraussetzung und es handelt sich dabei um einen rechtmäßigen Zweck und eine angemessene Anforderung.


Positive Maßnahmen werden zur Gewährung der vollen Gleichstellung, mit denen Benachteiligungen aufgrund eines der in der Definition genannten Merkmale verhindert oder ausgeglichen werden können, eingesetzt.


Beispiele:

  • Eine Person mit einer körperlichen Beeinträchtigung wird für Tätigkeiten, die eine schwere körperliche Anstrengung erfordert, nicht aufgenommen.
  • Sozialhilfe nur für österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, Drittstaatsangehörige sowie Gleichgestellte.


Wer ist nicht richtig bei uns?

  • Fällt die In Angelegenheiten in den Gesetzgebungsbereich des Bundes, gibt es für die Antidiskriminierungsstelle des Landes keine Zuständigkeit. -> Bundesbedienstete sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft können sich an die zuständige Gleichbehandlungsanwaltschaft wenden. Für Bundesbedienstete gilt das Bundes-Gleichbehandlungsgesetz, für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft das Gleichbehandlungsgesetz.

  • Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts von Bediensteten sowie Personen, die sich um die Aufnahme in ein Dienstverhältnis zum Land Kärnten bewerben, sind nach dem Kärntner Landesgleichbehandlungsgesetz (K-LGBG) zu beurteilen.

  • Für Ungleichbehandlungen aufgrund des Geschlechts in der Privatwirtschaft ist die Anwältin bzw. der Anwalt für die Gleichbehandlung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt bei der Gleichbehandlungsanwaltschaft des Bundes zuständig.


Was können wir tun?

  • Wir informieren, beraten und unterstützen Sie dabei, ihr Recht auf Gleichbehandlung durchzusetzen. Die Beratung ist vertraulich, unabhängig und kostenfrei.
  • Wir informieren und sensibilisieren im Themenbereich Diskriminierung.
  • Wir stellen Informationsmaterial zur Verfügung, bieten Vorträge, Workshops und Informationsveranstaltungen an und informieren über die rechtlichen Möglichkeiten im Rahmen des Antidiskriminierungsgesetzes.
  • Wir bemühen uns, aktiv und initiativ um die Weiterentwicklung der rechtlichen Standards und die Verbesserung der gesellschaftlichen Situation.
  • Wir prüfen Ihren Fall und leiten ein Verfahren bei der Gleichbehandlungskommission ein bzw. unterstützen dabei, wenn sich die Vermutung einer Diskriminierung erhärtet.